Schach in Tschechien

Schach in Tschechien

Sommerzeit ist Schachpause? Nicht in jedem Fall. Im Sommer finden mancherorts größere oder kleinere Schachturniere statt. Eines der größten überhaupt findet jährlich in Pardubice statt. Die Kleinstadt östlich von Prag wird jedes Jahr im Juli zum Schachzentrum für eine unglaubliche Anzahl von Großmeistern, Internationalen Meistern, Fidemeistern und mehr oder weniger starken Schachbegeisterten. Heuer entschied ich mich mit ein paar Freunden und Klubmitgliedern dieses Event zu nutzen, um die kulinarische Küche Tschechiens zu genießen und uns mit Spielern aus aller Welt zu messen!

Neben zahlreichen Nebenveranstaltungen standen die Schachopen A, B, C, D, E und F im Mittelpunkt des Interesses! Allein die Anzahl der verschiedenen Open, die nach Elostärke eingeteilt sind, gibt ein Bild über die Größe dieses Events. Im Open A spielten über 50 GMs mit und über 100 Titelträger. Auch der bei uns bekannte GM Philipp Schlosser mischte dort auf den vorderen Brettern mit und blieb dabei ungeschlagen! Im B-Open spielten 235 Spieler über 1800 Elo mit und auch in den unteren Kategorien waren etwa so viele Teilnehmer. In Summe kämpften wohl über 1000 Schachspieler in der Czech-Arena um Punkte. Neben Schach stand bei unserer Truppe aber auch das traditionelle Kleinfeldfussballturnier im Mittelpunkt des Interesses, in dem wir in den letzten Jahren relativ knapp am Titel vorbeischlitterten. Heuer gelang uns tatsächlich das Meisterstück, uns gegen 14 Mannschaften aus Russland, Frankreich, Tschechien, Deutschland und Italien durchzusetzen und uns den Pot zu holen, was wir ausgiebig feierten!

Aber zurück zum Schach. Ich selbst versuchte mich im B-Open und startete recht motiviert und halbwegs erfolgreich, bis ich in Runde 5 gegen ein Nachwuchstalent aus der Slowakei nach 5 Stunden und 50 Zügen ein gewonnenes Endspiel einzügig einstellte. Dies gab mir doch einen kleinen Dämpfer und führte dazu, dass im weiteren Turnierverlauf ein wenig „der Hund drin war“.

Mein Turnier war gerade mal 9 Züge alt, bis ich losopferte. Hier die Partie aus Runde 1 für die Interessierten!

(1) Brenninger,Daniel (2054) – Knappe ,Stefan (1885) [C10]

Pardubice Chess Open B (1), 19.07.2013

1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sd2 dxe4 4.Sxe4 Ld7 5.Ld3 Lc6 6.Sf3 Sd7 7.0–0 Sgf6 8.Seg5 h6 9.Sxe6 fxe6 10.Lg6+ Ke7 11.Te1 Lxf3 12.Dxf3 Sb6 13.Dxb7 Tb8 14.Dxa7 Ta8 15.Db7 Tb8 16.Df3 Dd5 17.Dh3 Kd7 18.Lf7 Se4 19.Dh4 Df5 20.Lxe6+ Dxe6 21.Txe4 Df5 22.Te5 Df7 23.Dh3+ Kc6 24.Tf5 Dg6 25.Df3+ Kd7 26.Dh3 Kc6 27.Lf4 Ld6 28.Dd3 De6 29.c4 Kd7 30.d5 Dg6 31.Dh3 Kd8 32.Lg5+ hxg5 33.Dxh8+ Kd7 34.Dxb8 Dxf5 35.Te1 Le5 36.g3 Sc8 37.Db5+ Kd8 38.c5 Se7 39.De2 Sg6 40.b4 Dh3 41.De4 Sh4 42.f4 gxf4 43.d6 Ld4+ 44.Kh1 cxd6 45.cxd6 Le5 46.Dc6 Sf5 47.Dc7+ Ke8 48.Txe5+ Kf8 49.Te8+ Kxe8 50.d7+ Kf7 51.d8D+ Kg6 52.De8+ Kh7 53.Dxf4 Sxg3+ 54.Kg1 Sf5 55.Dd7 1–0

Diagramm nach 9 Zügen:

franz opfer

Hier mein Fehler aus Runde 5:

Ich spielte mit weiß Txd5. Wie gewinnt schwarz daraufhin schnell?

Bock

Auch diese Stellung aus der 9. Runde hatte es in sich: Ich spielte mit Weiß zuletzt g3. Hier kann sich jeder in Variantenberechnung üben. Nur ein Beispiel Lxe7 Dxe7 Sxg6 fxe6 De4+ Kf2 Dxh1 Lg2 Dxh2 Th1 +-

Die Partie hatte noch ein paar Pointen ging aber am Ende Remis aus.

Schottisch

Am Ende musste ich mich nach 9 Runden bzw. 10 Tagen in Tschechien mit einem kleinen Elominus begnügen. Aber der Urlaubstripp hat sich auf jeden Fall gelohnt.

White+Rabbit

Bericht von Daniel Brenninger (Trainer in der Tiroler Schachschule und begeisterter Hobby-Fußballer).

 



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