Barcelona-Open mit Trainerbeteiligung

Barcelona-Open mit Trainerbeteiligung

Vom 13. bis zum 21. Juli fand das Sant Martí Open in Barcelona statt, bei dem ich die Gelegenheit hatte teilzunehmen. Zwar ist das Sant Martí Open das kleinere der beiden großen Open in Barcelona, die während des Sommers stattfinden, aber die inzwischen 17. Ausgabe dieses Turniers war wie immer mit vielen starken Titelträgern aus aller Welt besetzt. Ich selbst, eher im hinteren Teilnehmerfeld angesiedelt, traf immerhin auf eine WIM und einen FM. Wertungstechnisch kann ich mit meiner Leistung zufrieden sein, nahm ich doch 54 Elo mit nach Hause, von schachlicher Seite gesehen, hätten es jedoch mehr sein müssen.

Um die vorderen Plätze kämpften vorrangig Großmeister aus Indien und Armenien. Immerhin ein Österreicher, IM Andreas Diermair, konnte bis ganz zum Schluss mithalten. Am Ende wurde er Siebter und verpasste seine 2. GM-Norm nur ganz knapp. Erster wurde der Inder GM Kidambi Sundararajan vor GM Karen Grigoryan aus Armenien.

Als kleines Schachrätsel möchte ich die entscheidende Stellung aus meiner Partie aus der 5. Runde gegen den kolumbianischen FM Juan David Bercerra (2189) herzeigen. Sie war von mir bis zu diesem Zeitpunkt sauber gespielt, man sieht jedoch, wie grausam Schach sein kann, wenn man den Gegner entkommen lässt, weil man einfach taktische Schläge übersieht. Nachdem Weiß hier gezwungen war, Sf1 zu spielen, und ich diesen Zug auch vorhergesehen hatte, griff ich vorschnell zu Le5, ein guter Zug, es hätte aber einen besseren gegeben. Der routinierte FM, der sich wahrscheinlich dachte, dass ich den taktischen Trick wohl übersehen hätte (und dies war auch der Fall), spielte Lxd5 und so waren wir an der Diagramm-Stellung angekommen.

Diagramm_1

Derselbe Trick, der gerade eben schon möglich war, wäre jetzt unbedingt nötig gewesen und hätte das Spiel für mich entschieden: 1…DxSf1! (1…Dd6 ist auch gut!). Es folgt eine forcierte Variante, die lehrbuchmäßiger nicht hätte sein können.  2.TxSf1 Shg3+ (3.DxSg3 SxDg3+ 4.Kg1 Ld4+ 5.Tf2 Tf8 6.Le1 Sh1!) 3.Kh2 SxTf1+ 4.Kh1 Seg3+ 5.Kg1 Ld4+ 6.DxLd4 cxDd4. Und Schwarz verbleibt mit einem Turm mehr. Stattdessen griff ich zu 1…Shg3+, ein fataler Fehler. Denn nach 2.SxSg3  SxSg3+ 3.DxSg3!! LxDg3 4.Lc3+! musste ich die Dame auf g7 zurückopfern und kam in ein schwieriges Endspiel mit Minusbauern, welches ich nicht verteidigen konnte.

Diagramm_2

Ich hoffe, jemand kann dieses schöne taktische Motiv mitnehmen und einmal selbst zur Anwendung bringen!

Insgesamt war dieses Turnier insofern äußerst lohnenswert, als dass in einer Stadt wie Barcelona natürlich nicht nur Schach im Vordergrund steht, sondern hauptsächlich die kulturellen Angebote der Stadt Beachtung verdienen. So besuchten wir beispielsweise die La Sagrada Familia, den Park Güell, den Monjuîc und viele andere Attraktionen. Dieses Turnier ist sehr empfehlenswert. Für jeden Schachspieler, den es nach Barcelona zieht, ein absolutes Muss.



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